Beschreibung
An einen Kollegen in Zürich mit der Übersendung von Dissertationen, darunter auch die von zweien seiner Söhne, sodann über die Revolution von 1848: „[…] Sie haben von dieser schweren Zeit weniger selbst erfahren als die unglücklichen Opfer gesehen, die durch die Entscheidung des Dramas in Ihrer Nähe über Ihre Grenzen gedrängt wurden. Möge der Himmel uns nun Ruhe gönnen. Ist denn die durch Oken’s Tod erledigte Professur schon wieder besetzt? Wenn ich nicht irre, las er Zoologie und vergleichende Anatomie […] Unser Professor der Klinik, [Friedrich August Gottlob] Berndt, hat sich ein großes Landgut in Hinterpommern gekauft und man spricht sehr davon, daß er sich von der Professur ganz zurückziehen wolle […] Sie können sich denken was bei dieser Cumulierung, neben einer sehr ausgebreiteten Privat-Praxis, großen Freimaurer Geschäften und ausgedenhnter Landwirthschaft, aus dem Unterrichte und der Wissenschaft wird! Wie war denn Okens letzte Lebenszeit und sein Ende? […]“ – Schultze war 1850-54 Anatom in Greifswald, dann in Halle und ab 1859 in Bonn. Er beschrieb als erster die Thrombozyten und führte u. a. Blutersatzflüssigkeiten in die Medizin ein. – 2 Beilagen, darunter eine Postkarte seines Sohnes Oskar.